Agrippina

In diesem atemberaubenden Politikthriller, Händels zweiter Komposition nach einem Nero-Stoff in seiner sechsten Oper, scheint zunächst alles klar zu sein auf der Bühne der Macht: Der römische Kaiser Claudius soll auf der Rückreise von seinem erfolgreichen Feldzug gegen Britannien ertrunken sein. Damit sieht seine Frau Agrippina den Moment für Nerone, ihren Sohn aus erster Ehe, gekommen, den Thron zu besteigen. Doch der Librettist – mutmaßlich Vincenzo Grimani, in Nebenberufen unter anderem Kardinal und kaiserlicher Botschafter beim Vatikan – lässt seine Figuren sich in so atemberaubenden Wendepunkten und Winkelzüge rund um den vakanten Thron ergehen, dass am Ende beinahe die Frage ist, ob hier von Gewinnern, Verlierern und auch von lieto fine überhaupt noch die Rede sein kann. Regisseur Barrie Kosky bringt es auf den Punkt: „Diese Oper zeigt das, was die besten Opern ausmacht: Eine Kombination aus Erotik und Macht.“

Musikalische Leitung Ivor Bolton
Inszenierung Barrie Kosky
Bühne Rebecca Ringst
Kostüme Klaus Bruns
Licht Joachim Klein
Dramaturgie Nikolaus Stenitzer
Claudio Gianluca Buratto
Agrippina Alice Coote
Nerone Franco Fagioli
Poppea Elsa Benoit
Ottone Iestyn Davies
Pallante Andrea Mastroni
Narciso Eric Jurenas
Lesbo Markus Suihkonen

  • Bayerisches Staatsorchester

Fotos by: Claudia Topel für fjsmedia.de