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Jedermann 2020

Salzburger Festspiele 2020

REGIE Michael Sturminger
CHOREOGRAFIE Joe Monaghan

BESETZUNG 

Nach mehr als 700 Vorstellungen in einem Jahrhundert ist der Jedermann zentraler Bestandteil der DNA der Salzburger Festspiele und schreibt seine Historie in einem fort: ein singulärer Vorgang im deutschsprachigen Theater.
Konzipiert als Wiederbelebung einer mittelalter­lichen Moralität nach dem Vorbild des englischen Everyman, angereichert durch Hecastusvon Hans Sachs und andere Quellen, schreibt Hofmannsthal über Jahre in einem Europa der kulminierenden Konflikte an seinem Jedermann. Im Kopf immer eine mögliche Umsetzung durch Max Reinhardt: „Trug man, mit vergehenden Jahren, das Wesent­liche dieses dramatischen Gebildes stets in sich, zumindest im Unterbewusstsein, so regte sich all­mählich Lust und Freiheit, mit dem Stoff willkürlich zu verfahren. Sein eigentlicher Kern offenbarte sich immer mehr als menschlich absolut, keiner be­stimmten Zeit angehörig, nicht einmal mit dem christlichen Dogma unlöslich verbunden; nur dass dem Menschen ein unbedingtes Streben nach dem Höheren, Höchsten dann entscheidend zu Hilfe kommen muss, wenn sich alle irdischen Treu­ und Besitzverhältnisse als scheinhaft und löslich er­weisen, ist hier in allegorisch­-dramatische Form gebracht, und was gäbe es Näheres auch für uns?“ Das Wagnis, das Hofmannsthal hier explizit be­schreibt, frei mit dem Stoff zu verfahren, und seine thematische Rückführung, die weder zeitlich noch dogmatisch gebunden ist, bilden das ideologische Kraftzentrum des Jedermann.

Fotos by Ewa Blauth