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Der Watzmann

SPRITZIGE NEUINSZENIERUNG

Der Watzmann ruft seine Fans auch 2019 – und zwar als spritzige Neuinszenierung mit brandneuer Besetzung! Für den alpinen Musical-Kult von Wolfgang Ambros, Joesi Prokopetz und Manfred O. Tauchen hat der Münchner Kabarettist und Musiker Ecco Meineke ein neues Skript geschrieben. Regie führt sein Kollege Sven Kemmler. Meineke und Kemmler sind spitzzüngige, furchtlose Satiriker mit langjähriger Erfahrung in der legendären Lach- und Schießgesellschaft. In ihrer Neuinszenierung wollen sie natürlich einige Dinge der Urfassung „erhalten und ehren“, wie es Kemmler ausdrückt. Auf der anderen Seite aber andere Sachen „respektvoll auf dem Scheiterhaufen verbrennen“. Ecco Meineke meint dazu: „Wenn wir auf diese Parodie, welche das Stück ja zweifelsohne war und ist, nicht mit einer weiteren Parodie antworten und mit einer gewissen Respektlosigkeit an das Ganze herangehen würden, hätten wir was falsch gemacht.“

Und was ist nun neu an Der Watzmann ruft? Nun, der Berg ist noch da. Nur die Ehrfurcht vor den Naturgewalten ist einem kommerziellen Interesse gewichen. Wozu Bergwälder, wenn man mit Skischaukeln viel Geld verdienen kann? Wozu Klimaschutz, wenn man Schneepisten künstlich beschneien kann? Und um „auffi“ zu kommen, gibt es inzwischen jede Menge motorisierter Möglichkeiten für den Bauern, der sich der alten Hüttenromantik als Fake-Kulisse trotzdem gerne bedient. Doch sein „Bua“ lehnt sich auf gegen die Naturzerstörung. Der Berg ist sein Freund, sagt er. Es ist keine fremde Macht, die ihn auffi zwingt und es sind auch nicht die Verführungskünste der Gailtalerin. Es ist sein ausdrücklicher Wille. Nur: Wird er überleben oder abstürzen?

DIE ALPINE ZABINE ALS GAILTALERIN

Ein Novum der Inszenierung ist die Besetzung der Gailtalerin, die traditionell von einem Mann übernommen wurde. Doch damit ist nun Schluss. Jetzt verdreht Sabine Kapfinger alias die Alpine Zabine den Männern die Köpfe – als skrupellose Influencerin. Natürlich auch den beiden clownesken Knechten, die in der Neuinszenierung genauso wenig fehlen dürfen wie die drei katholischen Weiber. Was die betrifft, gab es aber kurz vor der ersten Vorstellung noch eine Umbesetzung. Nachdem Christin Henkel aufgrund einer Verletzung nicht auftreten kann, springt hier nun kurzerhand Autor Ecco Meineke ein. Also gibt es nun doch auch in der Neuinszenierung einen Mann in einer Frauenrolle. Komplett neu im Stück ist die Rolle des Touristen der gleichzeitig auch als Erzähler fungiert. Den Ambros-Part als Sänger übernimmt der bayerische Liedermacher Mathias Kellner. Er hat eine neue Band aus virtuosen Musikern um sich geschart, die den bekannten Rock- und Alpin-Folklore-Mix vor der schönsten Kulisse der Welt zum Besten geben werden.

Fotos by Ewa Blauth