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MACKIE MESSER – EINE SALZBURGER DREIGROSCHENOPER

Ein Stück von Bertolt Brecht nach Elisabeth Hauptmanns deutscher Fassung von John Gays The Beggar’s Opera
Musik von Kurt Weill
Einmalige Experimentalfassung in der musikalischen Adaption von Martin Lowe

Graham F. ValentineJonathan Jeremiah Peachum
Pascal von WroblewskyFrau Peachum
Sonja BeißwengerPolly Peachum
Michael RotschopfMacheath
Sierk RadzeiBrown
Miriam FusseneggerLucy
Gilbert von SohlernTrauerweidenwalter
Martin BirnbaumHakenfingerjakob
Martin BermoserMünzmatthias
Wolfgang SeidenbergSägerobert
Johann RosenhammerEde
Christian FröhlichJimmy
Martin VischerFilch
Sona MacDonaldSpelunkenjenny
Steffen Schortie ScheumannSmith / Hochwürden Kimball

Im Jahre 1728 erlebte The Beggar’s Opera – die Bettleroper von John Gay und Johann Christoph Pepusch – in London ihre umjubelte Uraufführung und bestritt eine beispiellos erfolgreiche Aufführungsserie. Der damalige Direktor des Lincoln’s Inn Field Theatre, der Theaterdirektor John Rich, verdiente daran sagenhafte 4000 Pfund, John Gay immerhin 800 Pfund – weswegen man in London sagte, dass „Rich an dem Stück gay und Gay rich geworden sei“.

In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Bettleroper wieder in London gespielt, wieder mit überragendem Erfolg; einem Erfolg, der so groß war, dass Elisabeth Hauptmann 1926 davon erfuhr, eine Übersetzung anfertigte und sie Bertolt Brecht zur Überarbeitung überließ. Brecht nahm erhebliche Änderungen daran vor und bat den jungen Komponisten Kurt Weill, die Musik zu dieser neuen Bettleroper zu schreiben. Zweihundert Jahre nach der Premiere ihres großen Vorbildes, am 31. August 1928, feierte Die Dreigroschenoper am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin Premiere – und schrieb Theatergeschichte. Was zweifellos den Erfolg beider Aufführungen ausmachte, war das entlarvende Auf-den-Kopf-Stellen der Verhältnisse: Die Bettler, Huren, Mörder und Diebe verhielten sich wie die kapitalistische Bourgeoisie und drängten dem geneigten Publikum den Umkehrschluss auf, dass sich nämlich die Bürger wie Bettler, Huren, Mörder und Diebe verhielten. Die Zuschauer nehmen bis heute diesen Vorwurf gerne in Kauf – beide Stücke sind zu unterhaltsam, um zu beleidigen.

Ein weiterer Grund für diesen Erfolg war die Musik: 1728 hatte Pepusch populäre Klänge, Volkslieder und sogar Opernarien neu arrangiert, 1928 war es die Originalkomposition von Kurt Weill mit Anklängen von Jazz, Liedern und Arien. Weill traf den Nerv seiner Zeit mit einer Musik, die nicht nur seinen persönlichen Stempel trägt, sondern zugleich die Kultur einer ganzen Epoche widerspiegelt. Die Rechteinhaber und der Verlag der Dreigroschenoper haben der Anfrage der Salzburger Festspiele stattgegeben, fast neunzig Jahre nach der Uraufführung ein einmaliges Experiment wagen zu dürfen: Indem wir die unsterblichen Melodien dieses großartigen Komponisten neu adaptieren, wollen wir versuchen, die Herkunft seiner Musiksprache, die sich den Tanzbands der zwanziger Jahre verdankt, in die Klangwelt der zehner Jahre unseres Jahrhunderts zu transportieren.

Wir haben mit dieser Aufgabe Martin Lowe betraut. Lowe ist vielfacher Preisträger, er gewann den Tony, den Grammy und den Olivier-Award und ist verantwortlich für die akklamierte Musik der Neuinszenierung des Jedermann.

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