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3000 Euro

Münchener Volkstheater

3.000 Euro trennen Anton von seinem alten Leben, in dem er ein aufstrebender Jurastudent war. 3.000 Euro warten auf Denise, die von einer besseren Zukunft träumt, als Lohn für einen Porno-Dreh. Die Lebenswege der beiden kreuzen sich, obwohl ihre Biographien doch denkbar unterschiedlich sind.

Anton will seinen sozialen Abstieg nicht wahr haben, auch wenn die Fakten eine andere Sprache sprechen: nach dem Studium nicht in den Arbeitsmarkt hinein gekommen und weiter sorglos gelebt, findet er sich nach einem durchfeierten Sommer mit 3.000 Euro Schulden auf der Straße wieder. Die Gläubiger und ein Gerichtsverfahren stehen vor der Tür.
Denise ist alleinerziehende Mutter und arbeitet in einem Discounter an der Kasse. Ihre kleine Tochter Linda leidet an Wahrnehmungsstörungen und überfordert sie oft. Sie selbst und ihre Sehnsüchte – nach einem wohlhabenderen Leben oder einer Beziehung, zum Beispiel – kommen in diesem Alltag häufig zu kurz. Eine Reise nach New York ist der Wunschtraum, an den sie sich klammert.

3.000 Euro sind etwas mehr als das monatliche Brutto-Durchschnittseinkommen pro Kopf in Deutschland. Während Banken, Konzerne und Länder sorglos mit Milliardenbeträgen spielen, ist dieser vergleichsweise geringe Betrag für Anton und Denise von existentieller Bedeutung. Thomas Melles Roman, der 2014 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, ist keine Milieugeschichte, sondern ein ganz nah heran gezoomter Blick auf das Leben Zweier am unsicheren Rand einer monetären Gesellschaft. Eine zärtlich-intime sowie brutal-direkte Erzählung gleichermaßen, aus der Thomas Melle für das Münchner Volkstheater eine Bühnenfassung gestaltet hat.

Foto dazu sind zu beziehen unter:  – Susanne Brill  www.brill-riefenstahl.de

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