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Der Kirschgarten

VON ANTON TSCHECHOW

INSZENIERUNG: NICOLAS STEMANN

SCHAUSPIEL,
Premiere:  27. Januar 2017

Eine Bestandsaufnahme vorweg: Der Kirschgarten ist Schönheit. Ist Refugium. Vehikel der Tradition und Selbstvergewisserung. Er ist von unschätzbarem immateriellen Wert. Einst war die Ernte der Kirschen auch materiell einträglich und knallharte Währung. Der Kirschgarten sicherte der Familie um die Gutsbesitzerin Ljubow Ranjewskaja ihr Einkommen und eine herausgehobene Stellung. Sie residiert abseits des Gartens in einem Herrenhaus, seit Jahrhunderten. Aber ihr Wohlstand ist in Gefahr. Die Kirschdevisen sind versiegt. Auch ihre kultur- und ideentreibende Dominanz verümmert. Die Grenzen ihrer Festung sind durchlässig geworden. Und andere wollen jetzt hinein. Der Kaufmann und gesellschaftliche Aufsteiger Lopachin etwa, der frisches Geld hat seine Vision: Kirschgarten weggeholzt, Immobilienpark hingeplankt. Oder aber all die Land(durch)streichenden ohne festen Wohnsitz, die ihr Recht fordern und Ansprüche geltend machen. Gemeinsame Sache zu machen, scheint keine Option. Die vermeintlichen Mauern zwischen ihnen und jenen sind unüberbrückbar: Alle halten an ihren Selbstentwürfen, an ihrer Version des Kirschgartens fest.

Hausregisseur Nicolas Stemann inszeniert nach „Der Kaufmann von Venedig“ und der Jelinek-Uraufführung „Wut“ nun Tschechow – und kehrt damit gewissermaßen zu seinen Anfängen zurück: Seine Abschlussarbeit an der Theaterakademie in Hamburg 1997 hieß „TerrorSpiel“ – nach „Die Möwe“ von Anton Tschechow.

In der Besetzung:

RANJEWSKAJA, Ljubow Andrejewna, Gutsbesitzerin – Ilse Ritter
ANJA, ihre Tochter, 17 – Julia Riedler
WARJA, ihre Ziehtochter, 24 – Annette Paulmann
GAJEW, Leonid Andrejewitsch, ihr Bruder – Daniel Lommatzsch
LOPACHIN, Jermolaj Aleksejewitsch, Kaufmann – Peter Brombacher
TROFIMOW, Pjotr Sergejewitsch, Student – Hassan Akkouch
SIMEONOW-PISCHTSCHIK, Boris Borissowitsch, Gutsbesitzer – Gundars Āboliņš
SCHARLOTTA, Iwanowna, Gouvernante – Brigitte Hobmeier
JEPICHODOW, Semjon Pantelejewitsch, Büroangestellter – Christian Löber
DUNJASCHA, Zimmermädchen – Mariann Yar
FIRS, Diener, ein alter Mann von 87 – Samouil Stoyanov
JASCHA, ein junger Diener – Damian Rebgetz

Fotos: Franz-Josef Seidl

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